Ein Mietkautionsdepot ist eine Möglichkeit die Mietkaution anzulegen, neben dem Mietkautionskonto. Es ist außerdem eine Alternative zu einer Mietkautionsbürgschaft. Das Mietkautionsdepot zeichnet sich durch hohe Renditen aus, welche innerhalb der Mietzeit erzielt werden können, sofern das Risiko nicht gescheut wird in Fonds zu investieren.

Für wen eignet sich ein Mietkautionsdepot?

EinMietkautionsdepot ist leider nicht bei vielen Brokern möglich, in Deutschland ist die Auswahl überschaubar, so wird ein Mietkautionsdepot von Fidelity, DWS und FFB angeboten. Möchte man ein Mietkautionsdepot nutzen, so hängt die Rendite hauptsächlich von der Kautionshöhe und der Laufzeit, also der Mietdauer, ab – nicht zuletzt jedoch von der Rendite der gekauften Fonds. Nimmt man einen ETF-Fonds, welcher in den letzten Jahren eine Rendite von 8% erzielt hat als Messlatte, funktioniert dies bereits sehr gut für viele Kombinationen – rechnet man moderater, also bspw. mit durchschnittlich 4% Rendite, so gilt es die Kosten hierbei im Auge zu haben. Dies ist bspw. mit dem folgenden Rechner möglich:

Neben den reinen Kosten und dem Gewinn welcher mit den Fonds erzielt werden kann, lohnt es sich vorab bereits Erfahrungen mit Aktien und ggf. Fonds gesammelt zu haben.

Wie hoch ist die Rendite bei einem Mietkautionsdepot?

Die Rendite, welche in einem Kautionsdepot erzielt werden kann, variiert je nach Kautioshöhe und der Fondsanteile, welche in das Depot gelegt werden. Die Kosten für das Depot sind übersichtlich: 0,25% des Depotbestands (jedoch mindestens 25€) zzgl. einer jährlichen Kautionsgebühr in Höhe von 12€. Bei jährlichen Fixkosten von mindestens 37€ sollte die Rendite auf die Kautionssumme somit zumindest diese Kosten abdecken. Anschließend kommt je nach Fond (thesaurierend, ausschüttend) der Zinseszins zum Tragen, sodass mit der Mietdauer ebenfalls die eigentliche Anlagesumme steigt, sofern gewollt.

Wo kann man ein Mietkautionsdepot einrichten?

Es gibt in Deutschland lediglich ein aar Anbieter, welche eine Mietkautionsdepot ermöglichen. Dies ist vermutlich dem Aufwand gegenüber den Vermietern und dem Blockieren der Depotbestände für die Kautionssumme geschuldet. Depotanbieter wie Fidelity oder DWS haben diese Prozesse abgebildet, ebenso FFB. Bei FFB ist es ebenfalls möglich den kompletten Prozess von der Einrichtung bis zur Bürgschaftsurkunde online abzuwickeln. Hierbei wird nach Einrichtung des Depots und Übertragung oder Kauf von Fondsanteilen die Bürgschaftsurkunde im Onlinekonto beantragt und anschließend dem Mieter zugeschickt.

Wie funktioniert das Einrichten eines Depots?

Die Einrichtung des Depots ist denkbar einfach. Ähnlich wie bei einem neuen Bankkonto kann der Antrag direkt online ausgefüllt werden und man authentifiziert sich mittels Post-Ident oder Video-Ident. Anschließend erhält man Zugangsdaten und legt ein Referenzkonto bzw. ein Verrechnungskonto fest. Von diesem wird das Geld eingezogen, wenn Fondsanteile gekauft werden. Hat man Fondsanteile in ausreichender Höhe der Mietkaution gekauft, kann man über das Onlinekonto die Mietkaution beantragen.

Welche Fonds kann man ins Mietkautionsdepot nehmen?

Welchen Fond oder welche Fonds man für die Mietkaution nutzt, hängt natürlich von der persönliche Risikobereitschaft ab. Bei dem FFB Depot ist es möglich über 7000 verschieden Fonds zu kaufen, hierbei gibt es ETF-Fonds, Fonds mit Immobilien, Edelmetallfonds, oder auch globalere Fonds wie bspw. Emerging Markets oder einen Welt-Fond.

Ein Umschichten, nachdem die Kaution eingerichtet wurde, ist jedoch schwierig und aufwändig, daher empfiehlt es sich Fonds mit geringer Volatilität zu wählen, welche im Laufe der Mietzeit eine möglichst stabile Entwicklung haben werden.

Wie funktioniert die Umschichtung im Depot?

Die Fondsanteile, welche für die Mietkaution verwendet werden sind durch den Depotanbieter ab dem Zeitpunkt der Bürgschaftsurkunde geblockt und können nicht umgeschichtet oder liquidiert werden. Hat man weitere Fondsanteile im Depot ist eine Umschichtung dieser jedoch jederzeit möglich.

Ein Fondsdepot bei der FFB kann man bspw. bei FondsDiscount online einrichten.

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Kann man jederzeit kaufen und verkaufen?

Bei einer Kaution ist der Sinn dem Vermieter eine Sicherheit zu geben. Die Fondsanteile, welche für die Mietkaution genutzt werden können bis zur Einlösung der Bürgschaftsurkunde – also dem Auflösen des Mietverhältnisses – nicht verkauft werden. Weitere Anteile können natürlich im gleichen Depot hinzugekauft werden und betreffen nicht die Mietkaution.

Wie hoch ist die Akzeptanz bei Vermietern in Bezug auf Mietkautionsdepots?

Da eine Kaution lediglich eine Sicherheitsleistung darstellt, welche im Besten Fall überhaupt nicht zum Einsatz kommt, ist dieser Sonderfall für Vermieter der eigentliche Anwendungsfall für die Kaution. Wird einmal nicht die Miete gezahlt, oder aber es bestehen nach Auszug noch Nebenkostenabrechnungen, welche beglichen werden müssen, oder aber Schönheitsreparaturen an der Immobilie – dann ist in solchen Fällen die Mietkaution die Möglichkeit für den Vermieter nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben. Ein liquider Mieter ist daher für den Vermieter ein gutes Zeichen – wird die Kaution in eine hochrentable Kaution hinterlegt, ist dies lediglich ein Signal für den Vermieter, dass der Vermieter ebenfalls ein Interesse daran hat die Mietkaution renditestark und sicher anzulegen. Die Depotgesellschaft ist hierfür der erste Ansprechpartner für den Vermieter und je nach Anbieter in der Regel alteingesessene Unternehmen mit hoher Reputation. Sollte der Fall der Zahlungs aus der Kautionssumme eintreten, ist die Fondsgesellschaft letztendlich in der Verantwortung die Fondsanteile zu liquidieren um dem Vermieter gerecht zu werden.

Ein Beispiel Depot

Ein Beispiel Depot für eine Mietkaution könnte so aussehen: Ein Mieter zahlt eine Nettokaltmiete in Höhe von 900€. Die Kautionssumme beträgt 2.700€. Der Mieter kauft hierfür bspw. den Fond Xtrackers MSCI World thesaurierend (ISIN: LU0274208692) und zahlt 37€ Depot und Mietkaution Gebühren zzgl. ETF-Gebühren in Höhe von 0,45 %. Bei einem Mietverhältnis erzielt der Mieter somit Gewinne von rund 330€.

Wie kann man ein Mietkautionsdepot wieder auflösen?

Die Auflösung eines Mietkautionsdepots läuft in der gleichen Art ab, wie die Auflösung eines Mietkautionskontos. Hierfür wird die Bürgschaftsurkunde des Vermieters benötigt – dies erhält man in der Regel nach Auszug, wenn die Immobilie übergeben wurde und keine ausstehenden Zahlung für die Nebenkosten mehr bestehen. Anschließend schickt man die beiden Bürgschaftsurkunden (von Mieter und Vermieter) zurück an die Depotgesellschaft, wodurch die Sperre auf die Fondsanteile aufgehoben wird und keine Verpfändung mehr besteht. Nun kann man diese Fondsanteile wieder reguläre verkaufen, sofern gewünscht.